In Kürze werden weitere Asylsuchende und Asylbewerber in der Gemeinde Bad Essen eintreffen und aufgenommen werden. Für die Betreuung dieser Personen suchen wir dringend Menschen, die bereit sind, sich je nach Zeit und Interesse in unsere Arbeit einzubringen und mitzuwirken.

Neben der Versorgung mit materiellen Gütern unterstützen wir die Ankommenden, indem wir Zeit mit ihnen verbringen, sei es, dass wir mit ihnen einkaufen gehen, sie zum Arzt, zur Bank, zur Schule begleiten oder mit ihnen behördliche Angelegenheiten erledigen.

Aber auch das unverbindliche Gespräch, die gemeinsame Freizeitgestaltung und die Unterstützung beim Erwerb der Sprache „en passant“ tragen dazu bei, dass die Menschen hier „ankommen“ und ihren Weg in ein neues Leben finden.

Die Erfahrungen unserer „Zeitspender“ sind so vielfältig wie die Menschen, denen sie begegnen: Allen gemeinsam ist das wunderbare Gefühl, wertvolle Hilfe gegeben und eine aktive Rolle in der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft eingenommen zu haben.

Werden auch Sie Zeitspender und beteiligen Sie sich als Teil eines stetig wachsenden Teams aktiv an der Integration neuer Mitbürger in unserer Gemeinde.

Am „Runden Tisch“ unserer Arbeitsgruppen finden Sie Gleichgesinnte, mit denen Sie Erfahrungen austauschen und Unterstützung für Ihre persönliche Anliegen in der Integrationsarbeit erhalten.

Sie können sich auch mit einer Mail an den Verein OK! Bad Essen e.V. wenden.

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Kochten „über den Tellerrand“: v. l. Peter Knoedgen, Abdulaziz, Jutta Lange, Yousseff, Mostafa und Fayez in „Juttas Kochbar“

Kochevents mit Flüchtlingen in Bad Essen

Bad Essen. Mit Koch- und Genussveranstaltungen bringt der Verein „OK! Bad Essen“ den Bürgern Küche und Kultur der syrischen Flüchtlinge näher.

Anfang Februar fand das erste offizielle syrische Kochevent in Jutta Langes Kochbar statt, für das 40 Gäste Plätze gebucht hatten und bei dem vier der Flüchtlinge gemeinsam mit Peter Knoedgen syrische Linsensuppe, Falafel, Hummus und weitere Spezialitäten zubereiteten.

Am Mittwoch, 20. April, um 18.30 Uhr findet das nächste Kochen syrischer Gerichte statt, bei dem die Teilnehmer gemeinsam mit den syrischen Bewohnern kochen. Bei einem weiteren Kochevent am Donnerstag, 14. April, um 19 Uhr, darf man sich – ohne eigenes Mittun – mit orientalischen Kochgenüssen verwöhnen lassen. Plätze können bereits bei Jutta Langes Kochbar, Telefon 05472/8179221 gebucht werden.

 

Foto: Viktoria von dem Bussche
veröffentlicht am 12.03.2016, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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In den nächsten Tagen werden die ersten Asylbewerber auf der Burg Wittlage einziehen und im Tagungs- und Gästehaus (Foto) untergebracht. Anders als zunächst geplant, verzichtet der Landkreis Osnabrück auf eine Zwischenunterkunft.
In den nächsten Tagen werden die ersten Asylbewerber auf der Burg Wittlage einziehen und im Tagungs- und Gästehaus (Foto) untergebracht. Anders als zunächst geplant, verzichtet der Landkreis Osnabrück auf eine Zwischenunterkunft.

 

In den nächsten Tagen werden die ersten Asylbewerber auf der Burg Wittlage einziehen. Dies teilte die Gemeindeverwaltung Bad Essen am Dienstag mit.

Nach erfolgreichen Verhandlungen mit den Betreibern der Burg Wittlage – der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO), die zugleich Eigentümerin ist, und dem Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück – stehe die Einrichtung nun der Gemeinde Bad Essen als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. Ab dem 15. März wird die Gemeinde Bad Essen das Tagungs- und Gästehaus sowie das Wohnhaus des früheren Oberkreisdirektors (ohne Dachgeschoss) auf dem Gelände der Burg Wittlage mit einer Laufzeit bis zum 31. März .2017 anmieten.

Kreis verzichtet

Anders als zunächst geplant, verzichtet der Landkreis Osnabrück auf eine Zwischenunterkunft in der Burg. Die Gemeinde Bad Essen hat den Bedarf von 70 Personen angemeldet und kann somit eine hohe Fluktuation auf der Burg vermeiden. Alle Bewohner bleiben in dem vereinbarten Vertragszeitraum, bis einschließlich 31. März 2017, auf der Burg wohnen, außer sie finden einen geeigneten Wohnraum für sich. „Die 70 Plätze helfen uns enorm“, betont Bürgermeister Timo Natemeyer. „Dennoch suchen wir auch weiterhin dezentralen Wohnraum.“

Offizieller Start

Das Diakonische Werk stellt die Stelle der Einrichtungsleitung, einschließlich Sozialarbeit, sowie – sofern erforderlich – die Einsatzplanung des Sicherheitsdienstes. Die Osnabrücker Werkstätten der HHO betreiben die Küche, erledigen die Hauswirtschaft im Sinne von Verpflegung – und organisieren die Reinigung der Gemeinschaftsräume sowie den Wäschedienst.

Offizieller Start der Gemeinschaftsunterkunft ist der 15. März 2016, jedoch hat sich kurzfristig ergeben, dass der Gemeinde Bad Essen bereits in dieser Woche zwei Familien zugewiesen worden sind. Für diese Personen wird nun der kurzfristige Einzug ermöglicht.

Text: Andreas Schnabel, Foto: Oliver Krato
veröffentlicht am 01.03.2016, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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Willkommenskultur in Rabber gelebt

Gespräche am Küchentisch: Gastgeber aus Syrien mit ihren Integrationsbegleitern.
Gespräche am Küchentisch: Gastgeber aus Syrien mit ihren Integrationsbegleitern.

Es duftet nach Koriander, Kumin (Kreuzkümmel), Knoblauch. Der Geruch erinnert teilweise an Weihnachten. Doch es sind Zutaten zu Falafeln, die in der Küche der Asylunterkunft in Rabber von einigen jungen Männern vorbereitet werden. Die Bewohner des Hauses haben ihre Integrationsbegleiter zu einem Abendessen eingeladen.
„Küchenchef“ Mustafa und seine Helfer Youssef, Rani, Mosa und Taha stehen an den Herdplatten und am Backofen in der Küche und bereiten dünne Fladen vor, in die zuvor gebackene Falafel zusammen mit Salaten, Kräutern, Tomaten und Gurken und einer Joghurt-Soße eingewickelt werden sollen. Die Falafel hatte es auch schon zuvor als kleine Appetitmacher gegeben: Die aus eingeweichten, grob gemahlenen und gewürzten Kichererbsen gefertigten Bällchen oder Küchlein sind in Nordafrika sowie dem Mittleren und Nahen Osten als Grundnahrungsmittel bekannt.

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Das Küchenteam: (v.l.) Mustafa, Youssuf, Rani, Mosa und Taha.

Aus vielen Staaten

Die Männer wohnen teilweise seit Jahren in der Unterkunft, andere sind erst vor wenigen Monaten hier angekommen. Einige kommen aus afrikanischen Staaten wie Marokko, Tunesien oder Libyen, die meisten haben Ihre Heimat in Syrien verlassen. Allen gemeinsam ist, dass sie dankbar sind für die Integrationsbegleitung, die durch den im November gegründeten Verein „OK! Bad Essen e.V.“ organisiert wird: Menschen aus der Gemeinde Bad Essen begleiten die Asylbewerber bei Behördengängen und Arztbesuchen, organisieren Mitfahrmöglichkeiten, erklären den öffentlichen Nahverkehr oder laden zu gemeinsamen Ausflügen ein. Auch bei der Beschaffung von Möbeln und Fahrrädern oder ersten Kontakten in die Arbeitswelt sind viele Menschen in der Gemeinde Bad Essen behilflich.

Dankbarkeit zeigen

Mit ihrer Einladung zum Falafel-Essen an die Integrationsbegleiter wollten die Asylbewerber ihre Dankbarkeit für die Hilfe beim „Ankommen“ im für sie fremden Land und in der fremden Kultur ausdrücken – ein gelungenes Zeichen für die gegenseitige „Willkommenskultur“, die beim gemeinsamen Essen ganz einfach und unkompliziert funktionierte.

 

Text und Fotos: Eckhard Eilers
veröffentlicht am 29.12.2015, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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Spende und OK! Bad Essen helfen Familie Abdullah

Über ihre neuen Schulranzen freuen sich Lugen, Sedra und Adel mit ihrer Familie, Andrea Keibel (links), die den Scheck mitgebracht hatte, Viktoria von dem Bussche und Frauke Weiss.
Über ihre neuen Schulranzen freuen sich Lugen, Sedra und Adel mit ihrer Familie, Andrea Keibel (links), die den Scheck mitgebracht hatte, Viktoria von dem Bussche und Frauke Weiss.

Die Frage „You like Horses? Du magst Pferde?“ ist beim Anblick eines pinkfarbenen Schulranzens mit Pferdemotiv naheliegend. Sie führt zudem zu eifrigem Nicken bei Lugen Abdullah, die zur ersten syrischen Flüchtlingsfamilie gehört, die jetzt in Bad Essen lebt.
Und für Kinder gilt die Schulpflicht. Das wiederum funktioniert nicht ohne Schultasche und Schulbücher und das dazugehörige Handwerkszeug. Die Geschwister Sedra, Adel und Lugen Abdullah aus Syrien können dem Start ins neue Schulleben dank einer vorweihnachtlichen Spende sorglos entgegensehen.
Drei Kinder mit Schultaschen, Büchern, Heften, Sport- und Schwimmzeug auszustatten, ist eine finanzielle Herausforderung, vor der Flüchtlinge, Ehrenamtliche und der Verein OK! Bad Essen in Zukunft vermutlich häufiger stehen werden.

Statt Weihnachtspräsenten

Die Familie Abdullah hatte Glück. Schon kurz bevor sie aus dem Aufnahmelager Hesepe, bei Bramsche, nach Bad Essen in die Lindenstraße zog, hatte Andrea Keibel, Geschäftsführerin der Keibel Maschinenbau GmbH aus Bad Essen, den Wunsch geäußert, in diesem Jahr anstelle von Weihnachtspräsenten dem Verein OK! Bad Essen eine Geldspende für Flüchtlinge zu übergeben . Mit dazu gehörte, der Familie einen kurzen Besuch abzustatten. Dabei wurde gleich die nächste Frage von der 2. Vorsitzenden des Vereins OK! Bad Esen, Viktoria von dem Bussche, positiv beantwortet: „Kleiderspenden werden gern genommen.“
Frauke Weiss, Vermieterin und Patin der Familie, hat die Schultaschen und das weitere Zubehör gemeinsam mit den drei Kindern ausgesucht und betreut das Trio nun auch bei den Hausaufgaben, sodass einem gelungenen Start in die Schule nichts mehr im Wege steht.
Lugen und Adel besuchen bereits die 2. und 4. Klasse der Grundschule in Bad Essen, haben ihre Mitschüler kennengelernt (und haben jetzt Ferien), und Adel hat bereits den ersten Test mitgeschrieben. Sedra startet nach den Weihnachtsferien mit der 6. Klasse des Gymnasiums.
Und noch direkt vor Weihnachten kam die nächste Familie mit drei schulpflichtigen Kindern nach Bad Essen. Anfang des Jahres werden weitere folgen – schließlich rechnet Bürgermeister Timo Natemeyer mit weiteren 100 Flüchtlingen im ersten Jahresviertel.

Eine Herausforderung

Für die Flüchtlingskinder ist der Start ins neue Schulleben nicht nur sprachlich eine Herausforderung. Die Erinnerung an die Kriegsjahre in Syrien, die Schrecken der Flucht und das Leben im Aufnahmelager wird sie noch lange begleiten. Viktoria von dem Bussche vom Verein OK! Bad Essen betont: „Um so wichtiger ist es, dass ihnen zumindest die Grundausstattung eine gewisse Anfangssicherheit verleiht.“
Der Verein OK! Bad Essen bittet deshalb um finanzielle Unterstützung oder um Spenden gut erhaltener Schulranzen, sowie um Gutscheine der Geschäfte, die Schul- und Sportbedarf führen. Gut erhaltene Kleider für Kinder nimmt der Verein ebenfalls gern entgegen.

Kontaktadressen

Anfragen wegen Geld- und Sachspenden bitte an: Viktoria von dem Bussche, E-Mail v.bussche@ippenburg.de , Telefon 0173/2743632, Andrea Wirsching-Schulz, E-Mail andrea.w-s@web.de , Telefon 05472/2409 oder an Anneliese Meyer Zur Capellen, E-Mail meyerzc@aol.com , Telefon 05472/3997.

 

Text und Foto: Karin Kemper
veröffentlicht am 27.12.2015, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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Weitere 100 Flüchtlinge in Bad Essen erwartet

Das Tagungs- und Gästehaus der Burg Wittlage.
Das Tagungs- und Gästehaus der Burg Wittlage.

Die auf Rekordniveau angestiegene Zuwanderung von Menschen bestimmt die Nachrichtenlage auch im Wittlager Land.
Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer dankte in der letzten Gemeinderatssitzung dieses Jahres ausdrücklich „allen, die sich bei der Bewältigung der Situation über das übliche Maß hinaus engagieren. Nicht zuletzt den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern, von denen viele sich am 5. November dieses Jahres im Verein OK! Bad Essen organisiert haben.“
Die Gründung des Vereins bezeichnete Natemeyer als „ein tolles Zeichen von bürgerlichem Engagement. Die Gemeinde wünscht den Aktiven viel Erfolg bei der Arbeit und wird eng mit dem Verein zusammenarbeiten.“
Ebenfalls auf reges Interesse stieß die Infoveranstaltung am 1. Dezember auf der Burg Wittlage. Rund 120 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, mit Vertretern von Landkreis, Gemeinde und Heilpädagogischer Hilfe ins Gespräch zu kommen.
Ab Januar kann die Gemeinde Bad Essen im Tagungshaus 20 Menschen unterbringen, die Bad Essen direkt zugewiesen sind. Die weiteren bis zu 50 Plätze stehen dem Landkreis zur Verfügung, der sie für den Fall vorhält, dass es bei der Zuweisung in kreisangehörige Gemeinden zu Engpässen kommt.

Noch gut vorbereitet

Ob und wann ein solcher Fall eintritt, ist bisher nicht absehbar. Für die nächsten Wochen sehen sich die Gemeinden noch gut vorbereitet. Betrieben wird die Einrichtung von der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO), die auch Eigentümerin der Burg ist, mit Unterstützung der Diakonie, die ihre Kompetenzen aus dem Betrieb des Flüchtlingshauses in der Stadt Osnabrück einbringen wird. Zu den rund 50 Personen, die bisher als Asylbewerber nach Bad Essen zugewiesen sind und die in der Unterkunft in Rabber und in dezentralem Wohnraum leben, werden nach aktuellen Modellberechnungen im Jahr 2016 rund 100 weitere Personen schon im ersten Quartal des Jahres 2016 hinzukommen. Diese hohe Zuweisungszahl in einem kurzen Zeitraum resultiert noch aus der großen Flüchtlingswelle des Herbstes 2015.
Der Vergleich mit den westfälischen Nachbarkommunen Preußisch Oldendorf und Stemwede, die bereits zum jetzigen Zeitpunkt deutlich mehr als 200 Flüchtlinge untergebracht haben, zeigt nach den Worten des Bürgermeisters, dass nun, wenn auch mit einer gewissen Verzögerung, „die Realität in die Kommunen des Wittlager Landes einkehrt“.
Die Suche nach dezentralem Wohnraum gehe weiter, aber auch Möglichkeiten für eine weitere Gemeinschaftsunterkunft müssten geprüft werden. Natemeyer: „Wichtig ist, dass die Größenordnungen von Unterkünften überschaubar bleiben, und dass eine Betreuung und Integration gewährleistet werden.“

Aufnahme und Betreuung

Um sich für die anstehenden Aufgaben bei der Aufnahme und Betreuung aufzustellen und zugleich die Kolleginnen und Kollegen in den Rathäusern zu entlasten, haben die Räte der Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln einen Grundsatzbeschluss gefasst, mit dem sie eine enge Zusammenarbeit auf diesem Gebiet im Wittlager Land anstreben.
Künftig sollen die Bereiche Verwaltung, Flüchtlingssozialarbeit und Wohnraummanagement für das Wittlager Land gebündelt werden. Auch die Vernetzung und Koordination der ehrenamtlichen Arbeit werden ein wichtiges Thema sein.
Das zentrale „Willkommensbüro“ wird seinen Platz in den Räumlichkeiten an der Bremer Straße 24 in Bohmte finden, im gleichen Gebäude wie die Filiale der Oldenburgischen Landesbank. Arbeiten werden hier künftig zunächst drei, dann vier neue Kolleginnen.
Bad Essens Bürgermeister betont: „Wir glauben, dass wir gut gerüstet in das neue Jahr gehen. Viel wird dann natürlich von der allgemeinen Entwicklung bei der Zuwanderung abhängen. Es muss aus meiner Sicht gelingen, zu geordneten Verfahren und zu einem tragbaren Maß zu finden.“

Text: Andreas Schnabel
Foto: Oliver Krato
veröffentlicht am 16.12.2015, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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Flüchtlinge verkaufen syrische Linsensuppe in Bad Essen

Vor dem Einsatz auf dem Weihnachtsmarkt hat Jutta Lange mit (von links) Read, Yousseff und Mustafa syrische Speisen gekocht.
Vor dem Einsatz auf dem Weihnachtsmarkt hat Jutta Lange mit (von links) Read, Yousseff und Mustafa syrische Speisen gekocht.

Mit dem ersten Kochevent in Juttas Kochbar ging der Verein OK! Bad Essen am ersten Advent an den Start. Flüchtlinge aus Syrien kochten unter anderem syrische Linsensuppe und verkauften diese auf dem Bad Essener Weihnachtsmarkt.
Tahar, Restaurantbesitzer aus Aleppo, und Mustafa, der vor seinem Jurastudium zwei Jahre in einem Restaurant gearbeitet hat, kennen sich aus. Zusammen mit Yousseff, Raed und Mosa, allesamt leidenschaftliche Köche, rührten sie am ersten Advent in den großen Töpfen von Juttas Kochbar bei BlütenGenuss Honermeyer in der Bad Essener Lindenstraße.

Syrische Linsensuppe beliebt

Die syrische Linsensuppe, die von Nader, Rami und Rateb draußen gegen eine Spende ausgeteilt wurde, war am Nachmittag, kurz bevor der Weihnachtsmann im strömenden Regen mit Pferd und Wagen die Lindenstraße entlangsauste, bereits bis auf einen kleinen Rest verspeist. Das Lob galt den Köchen – alle waren begeistert, und manch einer verlangte noch „einen Nachschlag“.
Der erfahrene Koch Peter Knödgen und Moritz Stegmann, beide von OK! Bad Essen , hatten gemeinsam mit den Flüchtlingen aus Syrien die Zutaten in einem orientalischen Laden in Osnabrück gekauft und alles vorbereitet. Jutta Lange, Inhaberin von Juttas Kochbar, unterstützte die jungen Köche und war mit Begeisterung dabei.

Weitere Kochevents

Die zufriedenen Gesichter und die lobenden Worte der Passanten, die dem Duft der Suppe nicht widerstehen konnten, sorgten für den gelungenen Auftakt einer Serie von Kochevents, die Jutta Lange im Jahr 2016 mit dem Verein OK! Bad Essen unter dem Berliner Label „Über den Tellerrand kochen – Gemeinsam für ein besseres Wir“ veranstalten wird.
An jeweils zwei Tagen im Monat wird Juttas Kochbar im Jahr 2016 in ein syrisches „Pop Up-Restaurant“ mit rund 35 Plätzen verwandelt. Der Startschuss fällt am 4. Februar 2016. Reservierungen sind ab sofort möglich an die E-Mail-Adresse j.lange@kabelmail.de.

veröffentlicht am 04.12.2015, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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3333-Euro-Spende für den Verein „OK!“ Bad Essen

Wirtschafts-Beirat und Kaffeemühle übergaben gemeinsam die Spende in Höhe von 3333 Euro.
Wirtschafts-Beirat und Kaffeemühle übergaben gemeinsam die Spende in Höhe von 3333 Euro.

Bad Essen. Der Wirtschafts-Beirat Bad Essen hat sich in der Vergangenheit durch Aktionen für den guten Zweck einen Namen gemacht. Dieser Beirat der besonderen Art tritt einmal monatlich zusammen, um nach eigener Aussage „die aktuellen Themen des Zeitgeschehens zu beraten, zu diskutieren und zu bewerten“. Dabei wird von dem aus neun Personen bestehenden Gremium darauf geachtet, dass gute Laune und Geselligkeit nicht zu kurz kommen.

Deshalb treffen sich die Mitglieder in einer Schankwirtschaft, und daher rührt auch der Name „Wirtschafts-Beirat“. Im Gegensatz zu anderen Stammtischen, die sich üblicherweise immer am selben Ort treffen, besucht der Wirtschafts-Beirat verschiedene Gasthäuser im Barre-Land.

Kooperation mit Kaffeemühle

Bei einem Treffen in der „Kaffeemühle“ am Bad Essener Kirchplatz kam aus einer Laune heraus denn auch die Idee auf, eine Party zu veranstalten und gleichzeitig anderen Menschen zu helfen. Die „Kaffeemühle“ sagte im Jahr des 25-jährigen Bestehens spontan „Ja“, und so konnte eine außergewöhnliche Party in lockerer Atmosphäre steigen, bei der am Ende auch dank der Unterstützung durch die „Räte“, durch Trinkgelder und Spenden sowie die Sponsoren Barre, Maisel und Carolinen der stattliche Betrag von 3333 Euro zusammenkam.

Diese Spende wurde nun vom Wirtschafts-Beirat mit Mike Eickhof und Jens Strebe an der Spitze an Norbert Wessel vom Verein „OK! Bad Essen“ für die Flüchtlingshilfe übergeben. Der Name „OK!“ steht für offene Kommune und unterstützt Migranten und Flüchtlinge bei der Integration in die Gesellschaft der Gemeinde Bad Essen.

Im Rahmen des Weihnachtsmarktes wird „OK! Bad Essen“ am Sonntag ab 12 Uhr vor dem Blumenhaus Honermeyer an der Lindenstraße gemeinsam mit mehreren Asylbewerbern eine syrische Linsensuppe anbieten. Wem es schmeckt, der dankt mit einer Spende.

Text und Foto: Andreas Schnabel
veröffentlicht am 28.11.2015, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Bad Essen bündeln

Der Vorstand des neuen Vereins. Von lnks: Klaus Haasis, Susanna Stockmeyer, Andrea Wirsching-Schulz, Jens Strebe, Norbert Wessel, Timo Natemeyer, Viktoria von dem Bussche, Andreas Rohdenburg und Peter Knoedgen.
Der Vorstand des neuen Vereins. Von lnks: Klaus Haasis, Susanna Stockmeyer, Andrea Wirsching-Schulz, Jens Strebe, Norbert Wessel, Timo Natemeyer, Viktoria von dem Bussche, Andreas Rohdenburg und Peter Knoedgen.

Bad Essen . „OK! Bad Essen“, so heißt ein neuer Verein. Mehr als 170 Menschen haben sich im Saal von Högers Hotel eingefunden. Im ersten Teil des Abends, wie Moderator Jens Strebe ausführt, um sich informieren zu lassen, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten, im zweiten Teil, um einen Verein zur Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Bad Essen zu gründen.
Als Peter Knoedgen aus Linne zum Ende seines Erfahrungsberichtes über die Arbeit mit den Flüchtlingen in der Unterkunft in Rabber angekommen ist – „ es macht richtig Spaß und wenn man mit der Sprache nicht weiterkommt, kommuniziert man durchs Tun, beispielsweise beim Kochen von Kürbissuppe oder beim Reparieren dringend benötigter Fahrräder“ –, wird er darauf aufmerksam gemacht, dass vier Syrer aus Rabber an diesem Abend dabei sind. Er begrüßt sie lachend und erfreut und spontan brandet im Auditorium Beifall auf. Die Bad Essener heißen die vier jungen Männer, die freundlich zurücklächeln, auf diese Art spontan willkommen.
Von der Notwendigkeit, Wohnungen für Flüchtlinge aufzutun und in der Burg Wittlage zum Beginn kommenden Jahres eine „Zwischenunterkunft“ mit etwa 70 Plätzen anzubieten, berichtet Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer.

Es kommen auch Einzelpersonen

Es sei zu verstehen, dass Vermieter ihre Wohnungen „lieber an Familien“ vergeben würden und ungern an die allein kommenden, oft jüngeren Männer, doch so sei es eben: „Anders als die Fernsehbilder zeigen, kommen überwiegend keine Familien mit Kindern in Deutschland an, sondern männliche Einzelpersonen.“ Aus Niedersachsen kenne er die Zahl von nicht mehr als sieben Prozent der Ankommenden, Tendenz sogar noch sinkend. Die unbegleiteten Minderjährigen sind zunächst in einer „Clearingstelle“ im Haus Sonnenwinkel untergebracht, so Natemeyer. Die drei Gemeinden Bohmte, Ostercappeln und Bad Essen hätten sich überdies, mit Standort in Bohmte und notwendigem Personal, zur Zusammenarbeit entschlossen. „Wenn wir, wie es sich an anderen Stellen bereits bewährt hat, Zusammenhalt üben und uns gegenseitig unterhaken, werden wir diese Herausforderung meistern“, zeigt sich der Bürgermeister überzeugt.
Neben Peter Knoedgen berichtet Friso Reinecke, Katastrophenschutzbeauftragter, von den vielfältigen Aktivitäten des Deutschen Roten Kreuzes in der aktuellen Zuwanderungssituation – von Unterkünften, die hergerichtet werden, von Begegnungen mit Menschen, „die sehr gern Hilfe angenommen haben und teilweise völlig erschöpft waren“ und davon, dass auch die Kleiderkammer des DRK in Rabber Kleiderspenden für Flüchtlinge entgegennimmt. Seine Erfahrung: Es entstehe „ein Miteinander“ wie bei Nachbarn, mal sehr gut und freundschaftlich, mal etwas holperiger.

Miteinander sprechen

„OK! Bad Essen“ möchte die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Bad Essen bündeln und dazu beitragen, dass Integration gelingt, dass man miteinander spricht, Flüchtlinge nicht nur Gesprächsstoff sind, sondern zu Gesprächspartnern werden“, das betont Viktoria Freifrau von dem Bussche, eine der Initiatorinnen der Gründungsversammlung. Und sie spricht das „O“ und das „K“, das für ‚offene Kommune‘ stehe, bewusst Englisch aus, denn OK! Bad Essen höre sich gut an für das, was zu tun sei. In Bad Essen wolle der Verein dafür sorgen, „dass die Menschen die zu uns kommen, hier glücklich sind!“ Noch seien es nur wenige Flüchtlinge, die Unterstützung benötigten, doch es sei damit zu rechnen, dass sich die Zuweisungen schon bald auch für das Wittlager Land erhöhen würden, was Timo Natemeyer bestätigte.

107 Unterzeichner

Nach einer Pause blieb mehr als die Hälfte der Anwesenden im Saal, letztlich fanden sich stolze 107 Unterzeichner des Gründungsprotokolls von OK! Bad Essen zusammen. Diese Mitgliederversammlung, der ebenfalls Jens Strebe, der Bad Essener Ortsbürgermeister, als Versammlungsleiter vorstand, wählte dann auch in jeweils offener Abstimmung den Vorstand des neuen Vereins. Zum ersten Vorsitzenden wurde der gebürtige Hunteburger Norbert Wessel gewählt. Der Kaufmann lebt mit seiner Familie in Harpenfeld. „Das alles passiert vor unserer Haustür – man kann nicht einfach zuschauen“, sagt der 55-Jährige. Seine Stellvertreterin ist Viktoria Freifrau von dem Bussche, Peter Knoedgen wird zum Kassenwart bestimmt und Klaus Haasis zum Schriftführer. Zu Beisitzern wählt die Versammlung, Andrea Wirsching-Schulz, die derzeit als Stütze der Bad Essener Flüchtlingsarbeit vor Ort gilt, Andreas Rohdenburg, Diakon der evangelischen Kirchengemeinde in Lintorf und Susanna Stockmeyer. „Gebt uns 14 Tage, dann sind wir arbeitsfähig“, kündigt von dem Bussche an.
Und wer beispielsweise für deutsche Konversation in Rabber zur Vertiefung des im Deutschunterricht Gelernten zur Verfügung stünde, solle sich direkt per Mail bei ihr melden. (Email: v.bussche@ippenburg.de )
Text und Foto: Imma Schmidt
veröffentlicht am 06.11.2015, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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