EIN GUTES TEAM: René Grabowski arbeitet Youssef Youssef ein und hilft ihm, sich an seinem neuen Arbeitsplatz zu Recht zu finden.
EIN GUTES TEAM: René Grabowski arbeitet Youssef Youssef ein und hilft ihm, sich an seinem neuen Arbeitsplatz zu Recht zu finden.

Mit Youssef Youssef ist seit April 2016 erstmals ein syrischer Bürgerkriegsflüchtling im Autohaus Weitkamp beschäftigt. Gemeinsam mit seinem Vater ist er aus Syrien geflohen und lebt mittlerweile in Bad Essen.

Der Weg nach Deutschland aus seiner Heimatstadt  Aleppo war wie bei vielen anderen Flüchtlingen auch für Youssef Youssef gefährlich und anstrengend. Die erste Etappe seiner einmonatigen Odyssee führte ihn gemeinsam mit seinem Vater mit dem Bus in die Türkei, von der türkischen Küste gelang ihnen in einem Schlauchboot die Überfahrt nach Griechenland. Über die Balkanroute ging es mit dem Bus und teilweise auch zu Fuß nach Deutschland.

Ihre erste Station in Deutschland war die Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster nördlich von Hamburg. Die Bedingungen dort waren katastrophal, in der für 2.000 Menschen ausgelegten Einrichtung waren teilweise mehr als 4.700 Menschen untergebracht. Um die Situation für die Flüchtlinge zu entschärfen, wurden viele von ihnen auf andere Unterkünfte und Städte verteilt, in denen Wohnraum und Betreuungskapazitäten zur Verfügung standen. So verschlug das Schicksal Youssef Youssef und seinen Vater nach Bad Essen.

 

Erfahrung als Kfz-Mechaniker in Syrien.

Schon in Syrien hat Youssef Youssef in einer kleinen Autowerkstatt als Mechaniker gearbeitet. „Hauptsächlich haben wir Honda und Kia repariert, ab und zu war auch ein Mercedes dabei“, erzählt Youssef Youssef. Eine Ausbildung hat er nicht. „Das ist in Syrien nicht so wichtig. Hauptsache, du machst deinen Job gut“, entgegnet er auf die Frage, warum er in Syrien keine Ausbildung gemacht hat. Das lag für ihn also näher, als sich bei der Suche nach einer Beschäftigung in Deutschland in der Kfz-Branche umzusehen.

 

Bad Essener Verein stellt Kontakt her.

SIEHT EINER BESSEREN ZUKUNFT ENTGEGEN: Seine Tätigkeit im Autohaus Weitkamp gibt Youssef Youssef eine Perspektive und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
SIEHT EINER BESSEREN ZUKUNFT ENTGEGEN: Seine Tätigkeit im Autohaus Weitkamp gibt Youssef Youssef eine Perspektive und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Der im letzten Jahr von zahlreichen Bad Essener Bürgern ins Leben gerufene Verein Offene Kommune Bad Essen unterstützt Flüchtlinge bei der Eingliederung in unsere Gesellschaft, unter anderem auch Youssef Youssef und seinen Vater, seit diese in Bad Essen leben.

Auf der Suche nach einem Praktikumsplatz für Youssef Youssef kam der Verein auf Jan Christoph Weitkamp zu. Um die Integration in den Arbeitsalltag zu erleichtern, wurde Youssef Youssef mit Kfz-Mechatroniker René Grabowski von Beginn seines Praktikums an ein Betreuer zur Seite gestellt. Dieser stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, war Ausbilder, Deutschlehrer und Übersetzer in Personalunion.

Youssef Youssef integrierte sich schnell, passte menschlich gut ins Team, zeigte sich handwerklich sehr geschickt und so engagiert, dass Geschäftsführer Jan Christoph Weitkamp sich entschloss, ihn nach Rücksprache mit den Behörden mit einem auf sechs Monate befristeten Arbeitsvertrag auszustatten. Die sprachliche Herausforderung und der fehlende Führerschein erschweren derzeit noch einen erweiterten Einsatz von Youssef Youssef. Geschäfts- und Betriebsleitung zeigen sich aber optimistisch, den befristeten Arbeitsvertrag demnächst verlängern zu können.

 

Textnachweis: marketinghaltig. | Cammin Schultz
Bildnachweis: Oliver Krato