Der Vorstand des Vereins OK! Bad Essen mit Vorsitzendem Daniel Reitel (links) konnte eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit ziehen. Foto: OK! Bad Essen

Verein OK! Bad Essen zieht in Mitgliederversammlung positive Bilanz der Arbeit

Der Verein OK! Bad Essen wurde im November 2015 von 107 Bad Essener Bürgern gegründet, um die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen und den Anforderungen, die sich aus dem erwarteten Zuzug von Asylbewerbern ergeben, anzupassen.

Ziele des Vereins sind: gestalten statt verwalten, annehmen statt dulden, fragen statt wegsehen und mit den Ankommenden sprechen, statt über sie zu sprechen.

In der gut besuchten Mitgliederversammlung am 30. November 2016 in Höger’s Hotel machte Vorsitzender Daniel Reitel deutlich, dass der Verein in kurzer Zeit bereits eine Menge erreicht habe. Dies gelte für Praktika in Unternehmen ebenso wie für Sprachunterricht oder das grundsätzliche Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln.

Breite Basis

Man habe als OK! Bad Essen bürgerliches Engagement auf eine breite Basis gestellt, ehrenamtlichen Einsatz gebündelt und vernetzt und dabei Berührungsängste abgebaut. In Bad Essen sei die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf eine gute, weil breite Basis gestellt worden. Die Lesung im Schafstall mit dem Kabarettisten Till Reiners („Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ ) sei ein großer Erfolg gewesen und habe nachdenklich gemacht.

Durch Arbeitsgruppen zu Themenkomplexen wie Wohnung, Hausaufgabenhilfe, Sport oder Integrationsbegleitung sei die Arbeit gut strukturiert und effizient.

Daniel Reitel rief die Bürger zur Mitarbeit auf , „die ihren Teil zur erfolgreichen Integration von Flüchtlingen leisten wollen“.

Daniel Reitel berichtete über die Arbeit des Vereins.
Daniel Reitel berichtete über die Arbeit des Vereins.
Bericht des Vorsitzenden
Bericht des Vorsitzenden
Offene Diskussion der gut besuchten Mtgliederversammlung.

Lesung mit Till Reiners

Till Reiners las und diskutierte im Schafstall Bad Essen. Rechts Viktoria von dem Bussche. Foto: Sabine Niemer
Till Reiners las und diskutierte im Schafstall Bad Essen. Rechts Viktoria von dem Bussche. Foto: Sabine Niemer

 

„Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“ – so lautet der Titel des neuen Buches von Till Reiners, das er am Sonntag in einer Lesung im Bad Essener Schafstall vorstellte. Darin befasst er sich mit einer wichtigen Frage „Warum haben so viele Menschen Angst vor Überfremdung?“.

Auf Einladung der Wiehen-Buchhandlung, der Bürgerstiftung Bad Essen und dem OK! Verein Bad Essen war der 31-jährige Politikwissenschaftler und mehrfach ausgezeichnete Kabarettist im Rahmen seiner Tournee nach Bad Essen gekommen, um sein Buch „Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“ vorzustellen.

Geboren in Duisburg und in einem sozialdemokratischen Haushalt aufgewachsen, war die „Angst vor Flüchtlingen“ für Till Reiners nie ein Thema. Im Zuge der sich immer mehr aufheizenden Stimmung in der Gesellschaft, stellte er sich jedoch recht schnell die Frage: „Was ist denn los mit den anderen Leuten? Warum haben die denn Angst?“. Um das zu erfahren, begab er sich in Gesellschaft der „Anderen“ und führte Gespräche mit Pegida- und AfD-Anhängern, um ihrer Angst auf den Grund zu gehen. Er besucht Veranstaltungen, Demonstrationen und Parteitage, um mit Anhängern und Politikern ins Gespräch zu kommen und sich ein Bild machen zu können. Diese Gespräche und Erlebnisse verarbeitet er dann in seinem Buch „Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“.

„Die Stimmung im Land bereitet mir keine Sorge. Sie befremdet mich eher. Ich verstehe nicht, wie man Angst vor den Menschen haben kann, die hierherfliehen. Viele sehen die Geflüchteten nicht einmal; die kennen die nur aus dem Fernsehen…Komisch, wie abstrakt diese Angst ist.“

Im Zuge seiner Recherchen trifft Reiners vor allem in den politischen Reihen auf Parteitagen Sympathieträger mit Hang zum Populismus. Die Angst vor Flüchtlingen die sich nicht anpassen, vor einer Unterwanderung durch den Islam und davor seinen eigenen Kindern ein zusammengebrochenes System zu hinterlassen, ist dabei in den Reihen der besorgten Bürger vorherrschend. „Das Gefühl der Irritation bleibt. Mit wem ich auch spreche. Alle haben eine ähnliche Meinung und zeichnen ein düsteres Bild von Deutschland“ erklärt Reiners.

Im Anschluss an die Lesung führten Viktoria von dem Bussche und Daniel Reitel durch eine rege Diskussionsrunde zwischen dem Autor und dem Publikum. Dabei wurden persönliche Erfahrungen und Einschätzungen zur Sprache gebracht, gleichzeitig spielten aber auch Ängste vor der „rechts“ orientierten gesellschaftlichen Stimmung eine Rolle.

Der Verein OK! Bad Essen wurde im November 2015 von 107 Bad Essener Bürgern gegründet, um die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen und den Anforderungen, die sich aus dem erwarteten zunehmendem Zuzug von Asylbewerbern ergeben, anzupassen. Ziele sind: gestalten statt verwalten, annehmen statt dulden, fragen statt wegsehen und mit den Ankommenden sprechen, statt über sie zu sprechen.

von Sabine Niemer, veröffentlicht am 01.12.2016, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

 

Hier noch ein paar Foto dieser Veranstaltung mit Till Reiners:

Das Team der Wiehen-Buchhandlung
Das Team der Wiehen-Buchhandlung
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Daniel Reitel, Vorsitzender von OK! Bad Essen, begrüßte den Referenten und das Publikum.
Viktoria Freifrau von dem Bussche moderierte Das Gespräch mit Till Reimers.
Viktoria Freifrau von dem Bussche moderierte das Gespräch mit Till Reiners.
Daniel Reitel bedankte sich bei Till Reiners und Viktoria Freifrau von dem Bussche für den informativen Abend im Schafstall.
Daniel Reitel bedankte sich bei Till Reiners und Viktoria Freifrau von dem Bussche für den informativen Abend im Schafstall.
Viele Gäste kamen zu diesem interessanten Abend im Schafstall.
Viele Gäste kamen zu diesem interessanten Abend im Schafstall.