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Wie im Vorjahr hat der OK! Bad Essen Verein unter tatkräftiger Mitwirkung von Familie Rasoli und Familie Youssef einen Stand beim Familienfest der Kinderwelten gestellt. Neben der Stationsbetreuung „Dosenwerfen“ wurden süße arabische Spezialitäten gereicht, die gleichzeitig zu der Frage „was esse ich da?“ einluden. So kamen wir ins Gespräch mit Besuchern des Familienfestes, die bei anfänglich schönstem Wetter mit ihren Laufkarten vorbeikamen, um den begehrten Stempel mit dem Abräumen der Dosen zu erhalten.

Das mitgebrachte Zelt von Familie Heidemann war anschließend noch eine lohnenswerte Investition, denn nach drei Stunden ließen sich die Regenschauer nicht mehr aufhalten. So endete das Fest etwas früher als die geplanten 18 Uhr. Dennoch haben die Teilnehmer das Spendenschwein füllen können und der Spaßfaktor kam nicht zu kurz. Danke an alle Helfer und Helferinnen.

Hier noch weitere Fotos unserer Aktivitäten bei der Veranstaltung im Familienpark. (Draufklicken = Vergrößern!)

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weitere Infos unter https://www.noz.de/lokales/bad-essen/artikel/940627/sommerfest-fuer-guten-zweck-im-familienpark-bad-essen#gallery&0&0&940627

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Derzeit feiern gläubige Muslime die Ramadan-Festtage 2017. Darunter sind auch viele Flüchtlinge, die in der Gemeinde Bad Essen Zuflucht gefunden haben.
Dazu veröffentlichen wir eine sachliche Erläuterung zu dieser besonderen Zeit, die wir der Seite http://www.ramadan-2018.info entnommen haben.

 

Der Begriff Ramadan hat zwei Bedeutungen: Zum einen handelt es sich um den neunten Monat im Islamischen Kalender (nach Sha’aban und vor Shawwal), zum anderen ist der Terminus als islamischer Fastenmonat bekannt. Der Ramadan gehört zu den Fünf Säulen des Islams und ist entsprechend von integraler Bedeutung für alle Muslime.

 

Wann sind die Ramadan-Festtage 2017?

  1. Tag des Ramadanfests: 25. Juni 2017
  2. Tag des Ramadanfests: 26. Juni 2017
  3. Tag des Ramadanfests: 27. Juni 2017

 

Wann ist Ramadan von 2017 bis 2019:

Ramadan 2017: 27. Mai bis 24. Juni
Ramadan 2018: 16. Mai bis 15. Juni
Ramadan 2019: 06. Mai bis 04. Juni

 

Dauer und Phasen des Ramadan

Der Ramadan dauert je nach Jahr entweder 29 oder 30 Tage. Er richtet sich nach der Stellung des Mondes. Genauer beginnt der neue Monat im Islamischen Kalender dann, wenn der Neumond das erste Mal sichtbar ist und endet nach dem der abnehmende Mond komplett verschwunden ist, bevor der nächste Neumond erscheint. Im Jahr 2017 findet der Ramadan beispielsweise vom 27. Mai bis zum 24. Juni statt. Je nach Region und traditioneller Auslegung beginnt der Ramadan auch einen Tag später oder einen Tag früher. Der wichtigste Tag des Ramadans ist die so genannte Laylat al-Qadr (Nacht der Bestimmung), in der Mohammed die erste Offenbarung erhalten haben soll. Es gilt allerdings als umstritten, wann genau dieser Tag ist. Gefeiert wird er entweder am 21., 23., 25., 27. oder 29. Tag des Ramadan. Zu Ende ist der Monat am sogenannten Eid al-Fitr, dem ersten Tag des neuen Monats Shawwal. Dieser bricht an, wenn der erste neue Neumond gesehen wird. Sollte dieser auf Grund des Wetters nicht sichtbar sein, geht der Ramadan für besonders gläubige Muslime noch weiter.

 

Das Fasten im Ramadan

Das Fasten ist der zentrale Brauch im Ramadan. Dieses findet für gläubige Muslime vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang eines jeden Tages statt. Entsprechend dauert das Fasten je nach Islamischen Jahr (das weniger Tage hat als ein Jahr nach heutiger Zeitrechnung) zwischen 8 Stunden (wenn der Ramadan in den Wintermonaten stattfindet) und 16 Stunden (wenn der Ramadan in den Sommermonaten stattfindet). Die Mahlzeit, die Muslime vor Sonnenaufgang einnehmen, wird Suhoor genannt. Die Mahlzeit, die nach dem Sonnenuntergang eingenommen wird, heißt Iftar. Je nach Kulturkreis und Region unterscheiden sich die jeweiligen Mahlzeiten allerdings deutlich. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass in verschiedenen Regionen unterschiedliche Lebensmittel erhältlich sind. Der Begriff Fasten ist für Muslime deutlich weiter gefasst, als allgemein bekannt. So umfasst strenges Fasten auch, dass während des Tages nichts getrunken werden darf. Um die Zeit der Hingabe und Anbetung zu begehen, verzichten gläubige Muslime auch auf andere Bestandteile ihres täglichen Lebens. Darunter fallen sexuelle Aktivitäten genauso wie alle Arten des sündhaften Verhaltens und Reden.

 

Der Sinn des Fasten

Das Fasten im Ramadan hat mehrere Bedeutungen. Neben der Hingabe und Anbetung spielt insbesondere die Abwendung von weltlichen Werten und Besitztümern eine Rolle. Grundsätzlich wird auch von der Abwendung vom weltlichen Denken gesprochen. Anstatt dessen soll eine Zeit des Glaubens zelebriert werden, in der die Seele von schädlichen Verunreinigungen befreit wird. Damit aber bei Weitem noch nicht genug, denn der Ramadan soll Muslimen auch noch weitere wichtige Lektionen lehren. Eine davon ist Selbstdisziplin, die sich im Ramadan bestens einüben lässt. Auch Opferbereitschaft und Selbstkontrolle sollen geübt werden. Schlussendlich sollen sich die Gläubigen noch in Großzügigkeit, Hilfe für weniger Gesegnete und allgemeiner Hilfe für andere Menschen üben.

 

Wann müssen Muslime nicht fasten?
Es gibt einige Ausnahmen, wann ein Muslim nicht fasten muss. Dazu zählt zu aller erst das Alter. So beginnt die Pflicht zu fasten erst mit der Pubertät und endet im hohen Alter. Letztere Schranke wird allerdings durch die Gesundheit bedingt. So heißt es, dass gefastet werden muss, solange der Gläubige „geistig und körperlich gesund“ ist.
Darüber hinaus gibt es jedoch auch noch zahlreiche weitere Ausnahmen. Dazu gehören Reisen, auf denen Fasten nicht möglich ist, die Menstruation der Frau, Krankheiten, Schwangerschaft und Stillen. Trotz der Ausnahmeregeln entscheiden sich einige Muslime dennoch, den Ramadan zu begehen und zu fasten. Dies sollte allerdings nur unter strikter ärztlicher Aufsicht geschehen, sonst sind ernsthafte medizinische Folgen möglich. Für all diejenigen (Junge und Alte ausgenommen), die den Ramadan nicht begehen konnten, gilt die Regel, dass die Fastentage nachgeholt werden müssen.

 

Suhoor und Iftar

Die beiden Mahlzeiten im Ramadan unterliegen je nach Kulturkreis unterschiedlichen Regeln. Bei der morgendlichen Mahlzeit, Suhoor, ist es wichtig, dass gegessen wird, bevor das erste Gebet des Tages (Fajr) vollzogen wird. Wie genau die Mahlzeit aussieht, ist sehr unterschiedlich. Zumeist essen die Muslime eine Reisspeise, Früchte oder eine andere leichte Mahlzeit. Die Regeln bei der zweiten Mahlzeit des Tages, Iftar, sind meist strenger. So werden zuerst hauptsächlich Datteln gegessen, danach wird das vierte Gebet des Tages (Maghrib) vollzogen. Erst danach wird die Hauptspeise serviert. Diese ist oftmals ein sehr reichhaltiges Gericht, das entweder aus Fleisch oder Reis besteht. Dazu gibt es gewöhnlich eine Auswahl an sehr kalorienreichen Desserts, die in manchen Kulturkreisen nur in den Monaten des Ramadan zubereitet werden. Außerdem gilt es in vielen Regionen als wichtiger Brauch, dass Iftar im Rahmen eines größeren Kreises eingenommen wird. Entsprechend findet die größte Mahlzeit des Tages gemeinsam mit Freunden oder der Familie statt. In diesen Fällen wird Essen oftmals am Buffet serviert. Eine große Auswahl an verschiedenen Speisen gilt in diesem Fall als normal.

 

Spenden an die Armen

Der zweite wichtige Teil des Ramadan, das Spenden, spielt im Islam eine wichtige Rolle. Es gilt als Regel, dass ein gläubiger Islam fünf Prozent seiner Ersparnisse für die Armen geben sollte. Neben der fünf Prozent-Spende (Zakāt) sind die Muslime angehalten, mehr zu geben, sollte es ihnen möglich sein. Die Sonderspende wird Sadaqah genannt.

 

(entnommen aus: http://www.ramadan-2018.info)

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Beruft sich auf Verfassung statt auf Leitkultur: die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Foto: Kerstin Balks

Islamwissenschaftlerin Kaddor zu Gast in Bad Essen

Sie wird gehört, wenn es um Migration und Integration geht, und ist Gast vieler Talk-Shows: Auf Einladung von Bürgerstiftung, Wiehen-Buchhandlung und OK! Bad Essen kam die Islamwissenschaftlerin und Autorin Lamya Kaddor zu einer Lesung mit Diskussion ins Veranstaltungszentrum Schafstall.

„Die Zerreißprobe“ ist der Titel ihres bei Rowohlt erschienenen Buches, in dem sie darlegt, dass weniger das Fremde oder die Fremden, denn die Angst davor unsere Demokratie bedroht. Statt einer Definition, was den deutsch sei und was unsere Leitkultur ausmache, wie es Innenministier Thomas de Maizière kürzlich in der Bild am Sonntag mit seinem Zehn-Punkte-Katalog getan hat, sieht Kaddor vor allem das Grundgesetz und den daraus sich ableitenden Kanon demokratischer Werte, Rechte und Freiheiten als identifikationsstiftende Konstante.

Nationalität und Heimatgefühl

Als Kind syrischer Eltern 1978 in Deutschland geboren, hier aufgewachsen und ausgebildet, empfindet sie sich durchaus als Deutsche, „als was auch sonst?“, wie sie selber sagt. Denn Nationalität sieht sie nicht an Blut gebunden. „Der Gedanke, dass Herkunft vererbt wird, ist unrealistisch geworden“, sagt sie und wirft die interessante Frage auf, ob Hugenotten oder Ruhrpolen demnach überhaupt deutsch sein könnten, und wenn ja, ab welcher Generation. Auch Heimatgefühl lasse sich nicht mit Nationalität koppeln, eher mit einem Landstrich und mit einer Mentalität.

„Die Gesellschaft wird bunter werden. Und wir sollten dazu stehen“, lautet der Rat der Verfechterin eines klaren Verfassungspatriotismus. Umgekehrt bedeute das aber auch, dass jeder, der gegen diese Verfassung verstoße, „im Diskurs werden oder mit den Mitteln des Rechtsstaates“ gestellt werden müsse. Ängsten vor einer schleichenden Islamisierung und dem Untergang des christlichen Abendlandes durch Zuwanderung hält sie entgegen, dass es nicht weniger Christen, gebe, nur weil die Zahl der Muslime zunehme.

Allerdings hält sie die Beherrschung der deutschen Sprache, Kenntnisse der deutschen Geschichte und ihrer Persönlichkeiten, politischer Zusammenhänge, der Geografie unseres Landes und auch den achtsamen Umgang mit seiner Natur für unabdingbar, um Teil dieser Gesellschaft zu sein. Auf eine emotionale Bindung komme es an, die aber durchaus auch über gemeinsame Feste, ja warum nicht auch über Fußball gelingen könne.

Angebote statt Radikalismus

Sich inmitten zweier Kulturen gleichermaßen als Teil der Mehrheit wie auch der Minderheit begreifend, weiß sie, wie schwierig dieses Spannungsfeld gerade für Jugendliche sein kann. Gerade in einer Lebensphase, in der die Identität noch nicht gefestigt sei, mache anfällig für Radikalismus. Hier müsse die Gesellschaft attraktive Angebote – vor allem in der Bildung – für junge Menschen machen, statt zwischen den Aufforderungen „integriert euch“ und „verschwindet“ zu lavieren. Harte Worte? Oder Sarkasmus, wie ein syrischer Zuhörer meinte Die Entgegnung Kaddors, die ob ihrer Ansichten immer wieder Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt ist: „Man muss es wohl mit Humor nehmen, sonst wird man verrückt.“

von Kerstin Balks (Foto und Text) , veröffentlicht am 14.05.2017, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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Kenner der arabischen Welt: Journalist und Autor Constantin Schreiber. Foto: Kerstin Balks
Kenner der arabischen Welt: Journalist und Autor Constantin Schreiber. Foto: Kerstin Balks

 

ARD-Redakteur zu Gast in Bad Essen

Der Journalist und Autor Constantin Schreiber war auf Einladung von Bürgerstiftung und Ok! Bad Essen zu Gast im Bad Essener Schafstall, im Gepäck sein Buch „Marhaba, Flüchtling!“ Aus der angekündigten Lesung, zu der auch zahlreiche Flüchtlinge erschienen waren, wurde ein Talk – mit interessanten Einschätzungen des Nahost-Experten und Kenners des Berliner Politikbetriebes.

Constantin Schreiber spricht fließend arabisch. Als Jugendlicher verbrachte er geraume Zeit bei einer christlichen Familie in Damaskus. Später führte ihn seine journalistische Tätigkeit nach Beirut, den Tschad, nach Dubai, Somalia und Ägypten. Für den Sender n-tv produzierte Schreiber, der seit Anfang des Jahres der ARD-Nachrichtenredaktion angehört, die Reihe „Marhaba, Flüchtling!“, an der sich sein gleichnamiges Buch orientiert. Im Dialog mit arabischen Flüchtlingen wird darin erklärt, wie Deutschland tickt, wie Flüchtlinge, aber auch die arabische Welt, unsere Werte und Lebensart sehen und wie sich ihr Deutschlandbild von unserem Selbstverständnis unterscheidet. Dabei, so Schreiber, sei schnell klar geworden, dass ein allgemeingültiger Erklärungsversuch für unser Land mit seinen regionalen Besonderheiten schwierig sei. Umgekehrt handele es sich auch bei „den Flüchtlingen“ nicht um eine homogene Masse – allein 10 bis 15 Prozent der Syrer seien Christen. Und: Viele syrische Flüchtlinge hätten ein weitaus offeneres Welt- und Frauenbild als mancher Türke, der in Deutschland geboren und aufgewachsen sei.

Problem ausgelagert

Trotzdem in Gemeinden wie Bad Essen mit überschaubarer Größe und ausgeprägtem bürgerschaftlichen Engagement die Integration von Flüchtlingen zumeist recht gut gelingt, wie Viktoria von dem Bussche, die den Abend moderierte, darlegte, sieht Schreiber das Flüchtlingsproblem als nicht gelöst, sondern als „auf unangenehme und unkluge Weise ausgelagert. Der Flüchtlingsdeal bindet uns auf unerfreuliche Weise an die regierende Kaste in Ankara“. Aber auch vor Ort werde es ohne Begegnung mit Deutschen schwierig. „Bei der Integration gehen wir naiv davon aus, dass wir uns nicht verändern. Dort finde keine Begegnung statt, existierten längst ausgeprägte Parallelwelten.

Patronin der Syrer

In seinem Buch skizziert Schreiber auch, wie Deutschland in der arabischen Welt wahrgenommen wird. Beziehungen, wie sie England oder Frankreich aufgrund ihrer Kolonialvergangenheit zum Nahen Osten unterhielten, habe Deutschland nie gehabt. Erst mit der Erstarkung der Taliban, als sich Deutschland plötzlich gezwungen sah, die Freiheit am Hindukush zu verteidigen, sei es in den Fokus der arabischen Welt gerückt. Ebenso als Gerhard Schröder sich seinerzeit dem Irakkrieg verweigerte. Seine Nachfolgerin Angela Merkel sei im Nahen Osten lange mehr als Phantom wahrgenommen worden und erst durch die Flüchtlingskrise zur „Patronin leidender Syrer“ mutiert. Zu einer Wende in dieser positiven Wahrnehmung hätten die Tornado-Aufklärungseinsätze der Bundeswehr gegen den IS geführt, die in weiten Teilen der arabischen Welt nicht als Beitrag zur Befreiung, sondern zu Destabilisierung der Region gesehen würden.

Ziele formulieren

Die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sieht der Journalist kritisch: „Der Satz ,Wir schaffen das‘ hat mich geärgert. Denn: Wann haben wir was geschafft? Was ist das Ziel? Wann ist jemand integriert?“ Jedes Unternehmen, jeder Mensch, so Schreiber, stecke sich Ziele. Konkrete Ziele zu formulieren aber habe Merkel nie geleistet.

„Es wird nur reagiert“

Und so erteilte er auch einer Frage aus dem Publikum, ob er denn Ideen sehe, die Willkommenskultur zu verstetigen, etwa durch gezielte Einwanderungsgesetze, eine Absage: „So weitsichtig scheint Politik nicht zu laufen.“ Vielmehr bringe die Schnelligkeit der Ereignisse – von Flüchtlingskrise über Brexit bis hin zu Trump – den politischen Apparat an seine Grenzen.

Es werde nur noch reagiert. Leider sei er zu der traurigen Erkenntnis gelangt, dass die Bewältigung der konkreten Aufgaben auf Schultern abgeladen werde, die dafür nicht gemacht seien. Gerade in Wahlkampfzeiten sei das Thema Flüchtlinge für die Kanzlerin „toxisch.“

Grußworte sprachen Daniel Reitel und Faris Al Hamdani vom Verein für Flüchtlingshilfe OK! Bad Essen. Foto: Kerstin Balks
Grußworte sprachen Daniel Reitel und Faris Al Hamdani vom Verein für Flüchtlingshilfe OK! Bad Essen. Foto: Kerstin Balks

 

Marhaba, Flüchtling!, von Constantin Schreiber, ISBN 978-3-455-50411-8, ist erschienen bei Hoffmann & Campe, 176 Seiten, 15 Euro

 

von Kerstin Balks , veröffentlicht am 07.03.2017, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

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Noch sind einige Plätze frei:
Am Mittwoch, den 15.02.2017 gibt es wieder Gerichte aus der “Syrischen Küche” in Juttas Kochbar.
Anmeldung bitte unter Tel. 05472/8179221 oder Handy: 01753771072

Die Entdeckung eines neuen Gerichts
ist für das Glück der Menschheit
von größerem Nutzen als die Entdeckung
eines neuen Gestirns.

(Brillat–Savarin)

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EIN GUTES TEAM: René Grabowski arbeitet Youssef Youssef ein und hilft ihm, sich an seinem neuen Arbeitsplatz zu Recht zu finden.
EIN GUTES TEAM: René Grabowski arbeitet Youssef Youssef ein und hilft ihm, sich an seinem neuen Arbeitsplatz zu Recht zu finden.

Mit Youssef Youssef ist seit April 2016 erstmals ein syrischer Bürgerkriegsflüchtling im Autohaus Weitkamp beschäftigt. Gemeinsam mit seinem Vater ist er aus Syrien geflohen und lebt mittlerweile in Bad Essen.

Der Weg nach Deutschland aus seiner Heimatstadt  Aleppo war wie bei vielen anderen Flüchtlingen auch für Youssef Youssef gefährlich und anstrengend. Die erste Etappe seiner einmonatigen Odyssee führte ihn gemeinsam mit seinem Vater mit dem Bus in die Türkei, von der türkischen Küste gelang ihnen in einem Schlauchboot die Überfahrt nach Griechenland. Über die Balkanroute ging es mit dem Bus und teilweise auch zu Fuß nach Deutschland.

Ihre erste Station in Deutschland war die Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster nördlich von Hamburg. Die Bedingungen dort waren katastrophal, in der für 2.000 Menschen ausgelegten Einrichtung waren teilweise mehr als 4.700 Menschen untergebracht. Um die Situation für die Flüchtlinge zu entschärfen, wurden viele von ihnen auf andere Unterkünfte und Städte verteilt, in denen Wohnraum und Betreuungskapazitäten zur Verfügung standen. So verschlug das Schicksal Youssef Youssef und seinen Vater nach Bad Essen.

 

Erfahrung als Kfz-Mechaniker in Syrien.

Schon in Syrien hat Youssef Youssef in einer kleinen Autowerkstatt als Mechaniker gearbeitet. „Hauptsächlich haben wir Honda und Kia repariert, ab und zu war auch ein Mercedes dabei“, erzählt Youssef Youssef. Eine Ausbildung hat er nicht. „Das ist in Syrien nicht so wichtig. Hauptsache, du machst deinen Job gut“, entgegnet er auf die Frage, warum er in Syrien keine Ausbildung gemacht hat. Das lag für ihn also näher, als sich bei der Suche nach einer Beschäftigung in Deutschland in der Kfz-Branche umzusehen.

 

Bad Essener Verein stellt Kontakt her.

SIEHT EINER BESSEREN ZUKUNFT ENTGEGEN: Seine Tätigkeit im Autohaus Weitkamp gibt Youssef Youssef eine Perspektive und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
SIEHT EINER BESSEREN ZUKUNFT ENTGEGEN: Seine Tätigkeit im Autohaus Weitkamp gibt Youssef Youssef eine Perspektive und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Der im letzten Jahr von zahlreichen Bad Essener Bürgern ins Leben gerufene Verein Offene Kommune Bad Essen unterstützt Flüchtlinge bei der Eingliederung in unsere Gesellschaft, unter anderem auch Youssef Youssef und seinen Vater, seit diese in Bad Essen leben.

Auf der Suche nach einem Praktikumsplatz für Youssef Youssef kam der Verein auf Jan Christoph Weitkamp zu. Um die Integration in den Arbeitsalltag zu erleichtern, wurde Youssef Youssef mit Kfz-Mechatroniker René Grabowski von Beginn seines Praktikums an ein Betreuer zur Seite gestellt. Dieser stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, war Ausbilder, Deutschlehrer und Übersetzer in Personalunion.

Youssef Youssef integrierte sich schnell, passte menschlich gut ins Team, zeigte sich handwerklich sehr geschickt und so engagiert, dass Geschäftsführer Jan Christoph Weitkamp sich entschloss, ihn nach Rücksprache mit den Behörden mit einem auf sechs Monate befristeten Arbeitsvertrag auszustatten. Die sprachliche Herausforderung und der fehlende Führerschein erschweren derzeit noch einen erweiterten Einsatz von Youssef Youssef. Geschäfts- und Betriebsleitung zeigen sich aber optimistisch, den befristeten Arbeitsvertrag demnächst verlängern zu können.

 

Textnachweis: marketinghaltig. | Cammin Schultz
Bildnachweis: Oliver Krato

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Der Vorstand des Vereins OK! Bad Essen mit Vorsitzendem Daniel Reitel (links) konnte eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit ziehen. Foto: OK! Bad Essen

Verein OK! Bad Essen zieht in Mitgliederversammlung positive Bilanz der Arbeit

Der Verein OK! Bad Essen wurde im November 2015 von 107 Bad Essener Bürgern gegründet, um die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen und den Anforderungen, die sich aus dem erwarteten Zuzug von Asylbewerbern ergeben, anzupassen.

Ziele des Vereins sind: gestalten statt verwalten, annehmen statt dulden, fragen statt wegsehen und mit den Ankommenden sprechen, statt über sie zu sprechen.

In der gut besuchten Mitgliederversammlung am 30. November 2016 in Höger’s Hotel machte Vorsitzender Daniel Reitel deutlich, dass der Verein in kurzer Zeit bereits eine Menge erreicht habe. Dies gelte für Praktika in Unternehmen ebenso wie für Sprachunterricht oder das grundsätzliche Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln.

Breite Basis

Man habe als OK! Bad Essen bürgerliches Engagement auf eine breite Basis gestellt, ehrenamtlichen Einsatz gebündelt und vernetzt und dabei Berührungsängste abgebaut. In Bad Essen sei die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf eine gute, weil breite Basis gestellt worden. Die Lesung im Schafstall mit dem Kabarettisten Till Reiners („Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ ) sei ein großer Erfolg gewesen und habe nachdenklich gemacht.

Durch Arbeitsgruppen zu Themenkomplexen wie Wohnung, Hausaufgabenhilfe, Sport oder Integrationsbegleitung sei die Arbeit gut strukturiert und effizient.

Daniel Reitel rief die Bürger zur Mitarbeit auf , „die ihren Teil zur erfolgreichen Integration von Flüchtlingen leisten wollen“.

Daniel Reitel berichtete über die Arbeit des Vereins.
Daniel Reitel berichtete über die Arbeit des Vereins.
Bericht des Vorsitzenden
Bericht des Vorsitzenden
Offene Diskussion der gut besuchten Mtgliederversammlung.
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Lesung mit Till Reiners

Till Reiners las und diskutierte im Schafstall Bad Essen. Rechts Viktoria von dem Bussche. Foto: Sabine Niemer
Till Reiners las und diskutierte im Schafstall Bad Essen. Rechts Viktoria von dem Bussche. Foto: Sabine Niemer

 

„Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“ – so lautet der Titel des neuen Buches von Till Reiners, das er am Sonntag in einer Lesung im Bad Essener Schafstall vorstellte. Darin befasst er sich mit einer wichtigen Frage „Warum haben so viele Menschen Angst vor Überfremdung?“.

Auf Einladung der Wiehen-Buchhandlung, der Bürgerstiftung Bad Essen und dem OK! Verein Bad Essen war der 31-jährige Politikwissenschaftler und mehrfach ausgezeichnete Kabarettist im Rahmen seiner Tournee nach Bad Essen gekommen, um sein Buch „Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“ vorzustellen.

Geboren in Duisburg und in einem sozialdemokratischen Haushalt aufgewachsen, war die „Angst vor Flüchtlingen“ für Till Reiners nie ein Thema. Im Zuge der sich immer mehr aufheizenden Stimmung in der Gesellschaft, stellte er sich jedoch recht schnell die Frage: „Was ist denn los mit den anderen Leuten? Warum haben die denn Angst?“. Um das zu erfahren, begab er sich in Gesellschaft der „Anderen“ und führte Gespräche mit Pegida- und AfD-Anhängern, um ihrer Angst auf den Grund zu gehen. Er besucht Veranstaltungen, Demonstrationen und Parteitage, um mit Anhängern und Politikern ins Gespräch zu kommen und sich ein Bild machen zu können. Diese Gespräche und Erlebnisse verarbeitet er dann in seinem Buch „Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“.

„Die Stimmung im Land bereitet mir keine Sorge. Sie befremdet mich eher. Ich verstehe nicht, wie man Angst vor den Menschen haben kann, die hierherfliehen. Viele sehen die Geflüchteten nicht einmal; die kennen die nur aus dem Fernsehen…Komisch, wie abstrakt diese Angst ist.“

Im Zuge seiner Recherchen trifft Reiners vor allem in den politischen Reihen auf Parteitagen Sympathieträger mit Hang zum Populismus. Die Angst vor Flüchtlingen die sich nicht anpassen, vor einer Unterwanderung durch den Islam und davor seinen eigenen Kindern ein zusammengebrochenes System zu hinterlassen, ist dabei in den Reihen der besorgten Bürger vorherrschend. „Das Gefühl der Irritation bleibt. Mit wem ich auch spreche. Alle haben eine ähnliche Meinung und zeichnen ein düsteres Bild von Deutschland“ erklärt Reiners.

Im Anschluss an die Lesung führten Viktoria von dem Bussche und Daniel Reitel durch eine rege Diskussionsrunde zwischen dem Autor und dem Publikum. Dabei wurden persönliche Erfahrungen und Einschätzungen zur Sprache gebracht, gleichzeitig spielten aber auch Ängste vor der „rechts“ orientierten gesellschaftlichen Stimmung eine Rolle.

Der Verein OK! Bad Essen wurde im November 2015 von 107 Bad Essener Bürgern gegründet, um die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen und den Anforderungen, die sich aus dem erwarteten zunehmendem Zuzug von Asylbewerbern ergeben, anzupassen. Ziele sind: gestalten statt verwalten, annehmen statt dulden, fragen statt wegsehen und mit den Ankommenden sprechen, statt über sie zu sprechen.

von Sabine Niemer, veröffentlicht am 01.12.2016, mit freundlicher Genehmigung des Wittlager Kreisblattes

 

Hier noch ein paar Foto dieser Veranstaltung mit Till Reiners:

Das Team der Wiehen-Buchhandlung
Das Team der Wiehen-Buchhandlung
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Daniel Reitel, Vorsitzender von OK! Bad Essen, begrüßte den Referenten und das Publikum.
Viktoria Freifrau von dem Bussche moderierte Das Gespräch mit Till Reimers.
Viktoria Freifrau von dem Bussche moderierte das Gespräch mit Till Reiners.
Daniel Reitel bedankte sich bei Till Reiners und Viktoria Freifrau von dem Bussche für den informativen Abend im Schafstall.
Daniel Reitel bedankte sich bei Till Reiners und Viktoria Freifrau von dem Bussche für den informativen Abend im Schafstall.
Viele Gäste kamen zu diesem interessanten Abend im Schafstall.
Viele Gäste kamen zu diesem interessanten Abend im Schafstall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Am 20.10.2016 findet unser nächste Koch und Genussveranstaltung mit jungen Flüchtlingen in Juttas Kochbar in Bad Essen statt.

Lernen Sie die orientalische Küche kennen und lassen Sie sich ab 19:00 Uhr von den Kochgenüssen verwöhnen.

Anmeldung nimmt Jutta Lange, Tel. 01753771072 oder 054728179221 gerne entgegen.

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